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Umweltfreundlicher Splittmastixasphalt auf der BAB A 48

Seit einigen Jahren wird bei der Herstellung von Asphalt mit steigender Tendenz Recycling-Material eingesetzt. Dieses Asphaltgranulat wird aus dem ausgebauten Asphalt, der bei der Erneuerung von Asphaltflächen anfällt, hergestellt. Anfangs war die Ak­zeptanz der Auftraggeber gegenüber der Ver­wendung von Asphaltgra­nulat eher gering. Vielfach wurde Asphaltgranulat sogar ausgeschlossen, da man darin quali­tative Nachteile sah. Dies ist auch heute noch relativ häufig der Fall.

Während die technischen Regelwerke Asphaltgranulat in den meisten Asphaltsorten zulassen, ist es für die häufig ein­gesetzte Asphaltsorte „Splittmastixasphalt“ nicht zugelassen. Splittmastixasphalt (SMA) ist ein Deckschichtbelag, der vorzugsweise auf Straßen mit hoher Verkehrsbelas­tung zum Ein­satz kommt. Die Komponenten von SMA sind besonders hochwertig, weil sie Splitte mit hohem Po­lierwi­derstand und meist polymermodifiziertes Bitumen enthalten. Daher wäre es ideal SMA-Aus­bauas­phalt zu recyclen und bei der Herstellung von neuem Splittmastixasphalt wieder zu verwenden.  

Ausgesprochen erfreuli­ch war es deshalb, dass das Autobahnamt des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz gegenüber Innovationen sehr aufgeschlossen ist und sich bereit erklärte eine Erpro­bungsstrecke mit einem hohen 50%-Recyclinganteil in Splittmastixasphalt (SMA) zuzulassen. Im Zuge der Grunderneuerung der BAB A 48 zwischen den Anschlussstellen Polch und Ochtendung bot es sich an eine Teilfläche von ca. 8.000 m² mit Splittmastixasphalt unter Verwendung von 50 % Recyclingas­phalt zu bauen.

Ein entsprechendes Mischrezept wurde durch das Zentrallaboratorium der RPBL nach umfang­reichen und sorgfältigen Untersu­chungen entwickelt. Grundbedingung war es dabei eine Mischung herzu­stellen, die zumindest gleichwertig zu einer ohne Recycling­anteil ist und die in allen Punkten den technischen Regeln entspricht.  

Am 11. September 2012 fand der Einbau bei relativ ungünstigen, feuchten Witterungsbedingun­gen und einer Lufttemperatur knapp unter 20 °C statt. Die Belieferung der 16 Kilometer entfernten Bau­stelle erfolgte aus der technisch modern ausgestatteten und leistungsfähigen Mischanlage Plaidt der A&R GmbH & Co. KG.

Abb.: SMA-Einbau mit Großfertiger über eine Breite von 11,50 m

Für den unterbrechungsfreien Einbau mit dem Großfertiger über 11,50 m Breite war eine Stundenlei­stung von ca. 180 Tonnen erforderlich. Eingebaut wurde das Mischgut durch die Fa. Schnorpfeil aus Treis-Karden. Hierzu stand ein Maschinenpark bestehend aus dem Großfertiger, einem Beschicker zur kon­tinuierli­chen Mischgutübergabe vom Transport-Lkw in den Straßenfertiger, sechs Tandem-Glattman­telwalzen und einem Balkenstreuer zur Verfügung. 

Das Materialverhalten beim Einbau und das Oberflächenbild der fertigen Schicht zeigen kei­nen Un­terschied des Recyclingbelags zu einem konventionellen Belag. Auch die durchgeführten Laborunter­suchungen belegen eine sehr gute Übereinstimmung der Ergebnisse mit der Zielvorgabe Sie lassen eine Nutzungsdauer des Belags erwarten, die zumindest der eines Belags ohne Recyclinganteil ent­spricht. Zur Dokumentation der Dauerhaftigkeit, wird der Belag in den nächsten Jahren von einem unabhängigen Labo­ratorium überprüft.

Wie das vorliegende Projekt zeigt, ist es mit entsprechender Sorgfalt und Know-how möglich hoch­wertigen Splittmastixasphalt auch unter Verwendung von Recyclingmaterial herzustellen. Trotz des Mehraufwands bei der Aufbereitung und Lagerung des geeigneten Asphaltgranulats ist dies ein wert­vol­ler Beitrag zur Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. Der Verbrauch von Bindemit­tel und Ge­steinskörnungen sowie der damit verbundene Transportaufwand können so merklich reduziert wer­den. Gleichzeitig ergibt sich eine Kosteneinsparung für die knappen öffentlichen Kassen und damit auch für den Steuerzahler.