Unsere Umwelt – kostbar und schützenswert

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die aus der Natur gewonnen werden. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gilt es immer, die bestmögliche und umweltverträglichste Nutzung der Rohstoffvorkommen anzustreben. Für die Rohstoffgewinnung bedeutet das: sparsam und effizient mit den vorhandenen Ressourcen umgehen! Deshalb ist Recycling für uns ein fester und wichtiger Bestandteil, wie zum Beispiel die Wiederverwertung beim Asphalt. 

Aber auch die Natur gewinnt durch den schonenden Abbau von Basalt und Lava. Und zwar neue Lebensräume für heimische Pflanzen- und Tierarten, die schon vom Aussterben bedroht waren. Unsere Tagebaue bieten optimale Brutbedingungen für Vögel und stellen für Amphibien ein vielfältiges und anspruchsgerechtes Milieu dar, was auch wissenschaftliche Beobachtungen belegen. So kommt es, dass zum Beispiel der prächtige, buntgefiederte Bienenfresser und die schutzbedürftige Gelbbauchunke in einigen ehemaligen Abbaugebieten anzutreffen sind.

 

Renaturierung – geregeltes MUSS und CHANCE für alle

Dass sich nach dem Abbau in den Tagebauen wertvolle Biotope entwickeln können, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gründlich geplanter Rekultivierungs- und Renaturierungsmaßnahmen. Schon lange bevor die Gewinnung von ortsgebundenen Natursteinen beginnt, wird zum Schutz von Mensch und Umwelt durch staatliche Behörden sorgfältig geprüft, an welchen Stellen abgebaut werden darf. Im Rahmen der anspruchsvollen Genehmigungsverfahren wird auch bereits die Folgenutzung individuell für jeden Standort vorgegeben. Wenn möglich, werden die Maßnahmen, die die Eingriffe in die Umwelt kompensieren, bereits im laufenden Abbaubetrieb eingeleitet und umgesetzt.

Bienenfresser, Feldlerche und Gelbbauchunke im Tagebau

Die genaue Prüfung gilt natürlich auch für Erweiterungen von Abbauflächen. Für eine solche Erweiterung einer Abbaufläche in Plaidt, wo sich neben Uhu und Bienenfresser Dank der sandigen Rohbodenflächen auch Pflanzen wie Golddistel und Oregano wohlfühlen, hat die Naturschutzbehörde eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt.

Die Bedingung für den Ausbau war, dass ein Monitoring durchgeführt wird, das die Auswirkungen auf die Brutkolonie der Bienenfresser protokolliert. Der Zugvogel, der in warmen Gefilden überwintert, hat sich zur Brut im Tagebau in der Pellenz angesiedelt, wo für ihn hervorragende Bedingungen herrschen. Die für den Vogel gut zu bearbeitenden Tuffstein-Steilwände, in denen er seine Brutröhren anlegt, sind im Sommer wohlig sonnenbeschienen und bieten außerdem Schutz vor anderen Tieren.

Ein mehrjähriger Beobachtungszeitraum hat ergeben, dass sich die Vögel flexibel an die Dynamik des Gewinnungsbetriebes angepasst und ausgiebig Brutröhren in mehreren Wandabschnitten genutzt haben. Selbst Erdbaumaschinen, die auf Wegen in der Nähe der Hauptbrutwand unterwegs waren, haben die Bienenfresser nicht aus der Ruhe gebracht. Sie haben ungestört ihre Brutröhren angelegt und schließlich dort sehr erfolgreich gebrütet. So war im Beobachtungszeitraum der vergangenen Jahre ein deutlicher Anstieg der Brutpaare zu verzeichnen. Ein erfreuliches Fazit und der beste Beleg für die gute Vereinbarkeit von Rohstoffabbau, Flora und Fauna.

Der RPBL-Tagebau Langacker bietet ebenfalls einer besonderen Vogelart einen Ausgleichslebensraum: der Feldlerche. Ihre lokale Existenz wurde im Rahmen der dem Abbau vorangehenden Umweltverträglichkeitsprüfung umfassend analysiert. Der Vorschlag von Vogelschützern, auf den zukünftigen Abbauflächen Brachen anzulegen, wurde aufgegriffen und schließlich Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses. Die Maßnahmen haben wir erfolgreich umgesetzt. Über mehrere Jahre ist nun bereits zu beobachten, dass die Anzahl der Brutreviere der Feldlerche deutliche angewachsen ist, was zu einer Sicherung der lokalen Population geführt hat.

Neben den Vögeln haben sich auch Amphibienarten in unseren Tagebauen angesiedelt. Auch für sie betreiben wir aktiv Artenschutz. Im Rahmen des bundesweiten Artenschutzprojektes „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunkenvorkommen in Deutschland“ werden seit einigen Jahren in Rheinland-Pfalz im Landkreis Neuwied in mehreren Projektgebieten Schutzmaßnahmen für die Gelbbauchunke durchgeführt. So wurden in Zusammenarbeit mit dem NABU oberhalb des alten Basaltsteinbruchs Naak Laichtümpel für die bedrohte Unkenart angelegt, deren ursprüngliche Lebensräume wie Flussauen immer mehr verloren gehen. Erfreulicherweise hat die Gelbbauchunke die neuen Kleingewässer angenommen und hier einen neuen Lebensraum gefunden, der so wichtig für ihren Fortbestand ist.

Die Verantwortung für die Natur ist für die RPBL-Mitarbeiter so selbstverständlich, dass sie sich gerne persönlich um das Wohl unserer tierischen Nachbarn kümmern. Sie befüllen in den Sommermonaten ausgetrocknete Tümpel mit Wasser und schaffen der Gelbbauchunke schattige Plätze, die sie für ihren Unterschlupf bevorzugt. Die positive Entwicklung der Population belohnt das Engagement und motiviert unsere Mitarbeiter vor Ort, weiterhin behutsam auf „ihre“ Gelbbauchunken Acht zu geben.

Geotourismus

Eine Landschaft wie die Vulkaneifel, die geprägt ist von Jahrtausende alten Vulkanen, Kratern und Maaren, ist neben der Natursteinindustrie auch ein Besuchermagnet für Geologiefreunde, Historiker oder einfach nur für Liebhaber idyllischer Landschaften. Ein Widerspruch? Keineswegs. Die Tagebaue und Lavasandgruben eröffnen Wissenschaftlern und Touristen hochgeschätzte Einblicke in die Vergangenheit unserer Erde.

Deshalb liegt auch unsere Zusammenarbeit mit dem Natur- und UNESCO Geopark Vulkaneifel, dem es gelungen ist, eine Vielzahl ehemaliger Abbaugebiete als Besuchsobjekte auszuweisen, auf der Hand. Nach den vorgegebenen Leitlinien des Bundesinstituts für Raumforschung für einen Naturpark „müssen Landschaften der Gegenwart gestaltet werden, in denen der Stadtbewohner Schönheit, Frieden und Entspannung und in denen der Landbewohner sein volles Auskommen findet.“

Das zeigt: Rohstoffgewinnung und Naturschutz lassen sich gut vereinbaren und ermöglichen gemeinschaftlich den Fortschritt einer Region, wichtige Arbeitsplätze, touristisch attraktive Landschaften und wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu sichern.